Der Duft ––––––des Sommers








































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Mußestunden. Draußen in der Sonne. Erdbeerzeit und Farbe des Sommers. Rot. 
Daraus gezaubert ein Erdbeerkuchengenuss erfrischend und sommerduftig einladend.

Frisch gebacken mit einem sahnigen Erdbeerkonzentratmousse obenauf. Umrundet von frischen Beeren. Purer Beerengeschmack auf zart, fluffigem Biskuitboden. 


Beblumt am Freitag mit einem klitzekleinen Erdbeersträußchen. Ein Blatt. Zwei Beeren.
Erinnerungen an Sommersonntage, warme Umarmungen und unbeschwerte Junizeit.

Der beste Sommerkuchen der Welt. Dazu vorab eine eisigkühle Erdbeerschorle, die die Temperatur mildert - kurzzeitig, gute Laune im Hofgarten verbreitet und ideales Sommergetränk, um das Wochenende gemütlich zu vertrödeln und den Garten pur zu erleben. Ein Tag im Paradies statt Sommerbadegenuss im Rheinwasser.

Über unserer Mauer keine Kaltfront auch wenn es so scheint - wir warten vergebens auf das kühle Regennass. Der bewölkte Himmel nur Show. Der Boden im Hofgarten ist warm und trockengesonnt. Die Staudenauswahl hitzeverträglich zusammengestellt. Genießen statt gießen ist die Devise. Die Zisterne unter dem kühlen Innenhofraum führt noch genügend kühlendes Nass... Noch.










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Für den Boden einen Biskuitteig herstellen.
2 Eier mit 60g Zucker cremig leicht schlagen, dann 40g Mehl mit 20g Speisestärke vermengen mit 2 EL Wasser und 30g flüssiger Butter vorsichtig leicht unter die Eimasse hebeln.

Den Teig in eine Form füllen (Durchmesser 20cm) und 15-20 Minuten backen. Zeit für Plauderei...
Auskühlen lassen, aus der Form lösen und auf ein Kuchengitter stellen.

Nun die allerliebste, sommerliche Kuchenform heraussuchen, den Boden darauf platzieren.
Den Rand der Springform erneut nutzen, so dass der Boden mittig in der Form liegt. 6cm Backpapierstreifen ausschneiden und den Rand damit ummanteln - von innen.

Die schönsten Erdbeeren schmal schneiden und den Rand mit den Erdbeerscheiben
auskleiden. Maßgeschneidert. Prêt-à-porter. 


Nun die Moussefüllung. 

Die restlichen 500g, frisch gewaschenen Erdbeeren putzen, pürieren mit 125g Zucker vermischen. Das Aroma der Erdbeeren intensivieren - durch den Saft einer Zitrone. Ein Tütchen Gelatine nach Anweisung auflösen und zu den Erdbeeren geben. Gut vermischen. 

200g fest geschlagene Sahne zart unterheben und gleichmäßig auf den Boden gleiten lassen. Den Kuchen so vier Stunden kalt stellen. Mit Sommerbeeren berieseln.

Und dann - Sommertagtraumgenuss, der bleibt...







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Lavendelblüten ––––––halbgefrorenes





































Lavendeltagglück. Der Lavendel reckt und streckt sich - ein Blütenduftbad im Garten. 
Ein Traum. Die Lavendelsträucher säumen den Gartenweg. Erobern ihn, versperren 
ihn mit langen Blütenähren. Intensive Duftnuancen im Luftraum des Gartens. Ich fang ihn ein - den Duft und das Licht. Ein sommerbepunkteter Lavendelstrauß am Freitag. 
Blau der Juniton.
 
Idealer Zeitpunkt für ein Lavendelhalbgefrorenes. Eisekalt und selbstgemacht mit blumigaromatischen Lavendelblüten. Ohne Eismaschine. Wird nicht ganz so cremig aber das Eiserleben ist da.

 

Einige Lavendelblüten von Lavandula Angustifolia und
200 g Zucker im Mixer zerkleinern und durchsieben - Schnell ist das Aroma zu stark und der Geschmack kippt. Lieber wenig Blüten verwenden.

Den Lavendelzucker in Milch auflösen dann
8 Eigelb (Bioqualität) und 250 ml Sahne  verrühren, umrühren durchrühren. 
Lavendelmischung zur Eigelb-Sahne geben und vermengen, in eine Form füllen.

Die Lavendelpflanze sollte mindestens ein Jahr im Garten stehen.

Ohne Eismaschine das Eis nach 1-2 Stunden immer wieder rühren, so dass sich keine 
Eiskristalle bilden.
Ist es fest, leicht antauen lassen - und dann genießen. In der Sonne am Rhein unter der rheinhessischen Himmellandschaft. Beschmuckt mit den Samenkapseln von jungfräulichem Grün - ein Gedicht für Engel.












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Lavendel ist mein Alltagsheld. Im Sommer. Im Winter. Eigentlich immer.








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rheingeschaut_

Bewährte Wohlfühl-Sorten sind der echte Lavendel, Lavandula angustifolia, Dunkelviolett,

Lavandula angustifolia Hidecote, Dunkelblauviolett
Lavandula angustifolia munstead, dunkelblau
Lavandula Intermedia Lavandin, Provence Lavendel, violett
Lavandula Intermedia Edelweiß, weiß

Alle Sorten blühen im Juni bis August. Lavandula Intermedia blüht bis September.

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Lavendel-Schnitt?
Ich schneide immer im Juli. Auch wenns schwer fällt. Dann hat die Pflanze noch Kraft
für die Samenbildung und eine zweite Blüte. Und oft zwischendurch für einen kompakten Wuchs.

Im Frühjahr den letzten Frost abwarten, um anschließend mit dem Schneiden beginnen.
 







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Blüten ––––––aromasalat











































Spät dran dies Jahr. Unsere Hollerblütenernte. Dies Aroma. So zart und fein und schnell überdeckt. Durch das späte Klauben der Blütendolden ist das Aroma besonders fein ausgeprägt. Der Holunderbaum mein Alltagsheld.













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So ein Hollerstrauch wär was im Garten. Die Herberge für wohlgesinnte Geister... Tausendmal allerkleinste feinste Blüten - Sterntaler auf dem Teller und Duft eines Moments wie sommersonnenbeschmuckte Kostbarkeit.

Mich inspiriert dies Aroma des Holunderblütensirups zu einem Raukesalat. 
Der süß, feine Geschmack bekommt ein scharf, feuriges Pendant aus gemahlenen Chilischoten. Die Marinade enthält den zarten Sirup, wenig Aceto Balsamico Essig und Chili. Den Raukesalat waschen und leicht salzen.


Mit der Blütenmarinade benetzen. Die Süße verträgt einen kräftigen Bauernkäse, den 

ich dünn geschnitten auf dem Salat verteile. Für Frische und Farbtupf schneide ich Nektarinen in Spalten.

Jetzt sind die kleinen Beeren schon zu sehen. Bonsaibaum nebst Besteck in der Tischlandschaft...

Die Beeren sind giftig - nicht vernaschen nur als Augenschmaus gedacht. 






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Rezept für Holunderblütensirup













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Fern ––––––fremder Curryduft




































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Eine andere Welt. Dieser Duft ist fern, fremd, vertraut. Curryaromen duften wenn meine Hände durch die Pflanze streichen. Im Garten, in der Mittagshitze ist das Aroma besonders stark. Es blüht im kühlem, warmem Gelbton.

Ich denke an exotische Länder, aparte Frauen, stolze Pferde, orientalische Architektur.... Meine Gedanken gehen auf die Reise. 


Kein Curry - die italienische Strohblume beduftet den nebenstehenden Pupursalbei,  Artemisia, Nepeta. Eine Duftluft sondergleichen. Zum Umfallen. Die zarten kleinen Blüten nehme ich für den Strauß am Freitag. Ein biederer Bauernstuhl begleitet das grausilbrig, fiedrige Kraut.





































Dazu denke ich mir die Aromen des indischen Currys. Kurkuma, Kreuzkümmel, Chilipulver, Garam Masala... Oder doch interessanter die Nuancen des Currys aus Thailand mit Chilis, Kokosmilch, Zitronenblätter und Zitronengras, Garnelenpaste (Terasi) und Tamarindenmark. Wieder so fern und vertraut. Scharfsauer mit Süße und salzigem Geschmack.
 
Malaysia-Currys sind wieder anders - mit Kurkuma, Kokosnussmilch, Schalotten, Ingwer, Garnelen-Paste, Chilis, Knoblauch und oft auch Tamarinde.

Alle diese Currys haben mit unserem Currykraut - Helichrysum italicum - im Garten nichts gemein. Nur der Duft ist so verführerisch unter dem rheinhessischen Himmel.

Ein Horizont heute, exotisch wie im Märchenland... 







Ein eiskaltes Buttermilchkardamomsmothie ist so erfrischend im Garten wie ein Fußbad im Wasserbecken des Sultans. Leicht gesüßt mit braunem Zucker und dem feinen Geschmack von gemahlenem Kardamom. Mmhhh...





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Sarah Bernhardt ––––––im Regen




















































































Eine Grande Dame im Regen. Ein Star. Die Sarah Bernhardt. Und wunderschön. Wie unsere 88 Päonien mit dem gleichen Namen.
So üppig und sinnlich. Rosarot bis Weiß. Barocke Pracht vor mir. Es passt nicht zusammen - diese unglaubliche Blütenfülle und das Geräusch der Regentropfen. Bei dem Regen denke ich an Frösche - die meisten können nicht schwimmen.

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Es ist trüb heute und windig. Die Blüten zeigen ihre Enttäuschung, lassen sich 
gehen. Ihre Köpfe hängen zerknittert nach unten, 
das Blütenkleid ist verschmutzt und das Wetter ist miserabel.


Ich lerne geduldig zu sein. Es fällt mir schwer zu warten. Auf die Sonne.
Kein Wochenendworkshop kann sie mir schnell herbeizaubern.


Endlich. Die Sonne blinzelt - die Päonien heben ihre Köpfe. 
Sie sind so schwer, voller Regentropfen. Und jetzt haben sie keine Lust mehr 
auf ihr schönes Kleid....


Päonienblüten und Textur in Pink

Weißes Duftkonzentrat der Strauchpäonie
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Weiße ––––––Blütenwanderer





























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Er ist unruhig. Ist der Muskateller Salbei mit seinen hohen weißen Blütenkerzen einmal etabliert,
wandert er unaufhaltsam durch das Staudenbeet. Zielstrebig, konzentriert platziert er sich im weißen Karree.

Zweijährig erscheint er unscheinbar. Zarte kleine Blättchen kündigen ihn an. Ich überseh sie gern. Mir gefällt die Zufälligkeit in dem stringenten Gestaltungskonzept. Dies ungeplante Element ist charmant.
Und die sich entwickelnden Blüten - auch in diesem Stadium perfekt für einen Strauß am Freitag. Kombiniert mit den filigranen Samenständen der Pimernelle.

Frieden herrscht kaum im Staudenbeet. Zu stark ist die Konkurrenz um Licht, Raum, Wasser. Es geht um Leben und Tod. Die unscheinbaren zierlichen Blättchen entwickeln sich schnell zu großen Horsten die den eindrucksvollen weißen Blütenkerzen halt geben. Die Statik ist ausgereift, perfektioniert. Keine Hilfestellung nötig. Und schon sind die weißen Päeonien lactiflora Duchesse de Nemours - umringt, bedrängt. Der weiße Ziersalbei, und Artemisien können dem Eroberer kein Paroli bieten. Der Muskateller Salbei ist ein Stratege. Schnell und invasiv erobert er sich den Raum.  Und ist beeindruckend schön. Auch das ledrige Blattwerk.





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Soll das Gestaltungskonzept erhalten werden besteht Handlungsbedarf. Sofort. Es fällt mir schwer. Nach kurzer Beratung muss er weichen. Das Gleichgewicht, die formale Balance ist wichtig - hat Priorität. Ein, zwei Pflanzen dürfen immer bleiben...




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So interessant er ist der Muskateller Salbei und fester Bestandteil im weißen Beet - er riecht.
Und - nicht gut. Allerdings nur bei Berührung verströmt er unangenehme Nuancen. Belassen wir es also bei der Betrachtung und dem Genuss eines Milchkaffee´s im Garten.



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Aromablatt ––––––explosion





























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Salbeisorten. Ein Grünton abgestuft. Die Blattform schlank und rank bis rund und rot. Ledrig, fest
strukturiert. Eine samtige Haptik und Aromaexplosion. 

Dosiert genießbar und wunderbar einsetzbar: Salbeibutter mit wenig Knoblauch und zitroniger Frische kombiniert oder ein stabiler Begleiter für Lammgerichte. 

Schon mal Salbeinudeln probiert? Warme Butter mit Knoblauch leicht parfümieren. Salbeiblätter (hier nehme ich am liebsten das Aroma der Frischviolettbunten) kleinschneiden und dazugeben. Vorsichtig. Ein Zuviel ist verheerend. Die Nudeln untermischen und kurz einwirken lassen bei geringer Hitze. Biojogurt schnell darübergeben, dass die Nudeln gleichmäßig sahnig leicht benetzt sind.

Manchmal streusel ich geräucherten, kross gebratenen Schinken obenauf. Nur wenig. Die Komponenten sollen sich ergänzen nicht überdecken oder konkurrieren.    
  
Filigran linear bizarr duftend und flüchtig - mein Kräuterkrautstrauß heute am Mittwoch. Fenchelkraut liebe ich als Aromakontrast dazu.











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Unsere Sorten:

Echter Salbei (Salvia officinalis)
Dreifarbiger Salbei (Salvia officinalis ‘Tricolor’)
Gelbgrüner Salbei (Salvia officinalis ‘Icterina’)
Purpur-Salbei (Salvia officinalis ‘Purpurascens’)