Drinnen am See



































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Innen 37 Grad - außen gefühlte 10 Grad. Früh oder spät Stücken. Geht immer in der 37 Grad Kaffeebar, die auch Ladengeschäft ist. Draußen - das sanfte Meer vom Boden in Lindau. Drinnen grüßt prächtige Raumausstattung vergangener Zeiten alltägliches. 

Im Kaffeeladen gibt es Lesestoff und die fröhlich bunte Tapetenkollektion von Pip 
Wallpaper. Die schönen Vintagemöbel im Raum kann man ebenfalls erwerben und mit nach Hause nehmen - oder einfach genießen wie die Konzerte, die hier von Zeit zu Zeit stattfinden. Ein gemütlich, friedliches Drinnen mit Blick durch die Fenster auf den Bodensee.











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Giganten





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Das stolze Tafelblatt ( Astilboides tabularis ) aus dem Garten ist getrocknet. Und meine Wahl heute. Eine Kraterlandschaft, ein Epizentrum der Faltung hat Gestalt angenommen. Scheibengroß. Wie erstarrte Lavamasse neigen sich die Blätter aus der Vase. Ein Retrostück aus den 60igern mit selbiger Farbgebung. Die frischen Blätter aus dem Garten hatte ich in einen kühlen Raum gestellt, für ein paar Wochen. Jedes Jahr im Herbst trockne ich einige, um diese gigantischen Blätter ins Haus zu nehmen. 

Jetzt ist Vakuum - in den von der Luft sezierten Blattadern. Versteinertes Grün im Braun erscheint. Das Licht im Raum modelliert meine Protagonisten. Farnwedel und Efeu waren zuviel des Guten. Die Tafelblätter bleiben so wie sie sind - pur und mächtig.



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Mein Weg zum Garten ( 5 )


























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Sehnsucht Rhein. Draußen regnet es. Die Luft ist mild, der Wind auch. Das Wetter spielt keine Rolle auf meinem Weg zum Garten.  Becircend, funkelndes Wasser neben mir. Schlängelnde Transitstrecke Richtung Süden, den Rhein hinauf - am Donnerstag. 
Ich reise mit in romantische Gefilde und idealisierte Landschaft.

Lasse mich entführen in märchenhaft, schaurig schöne Stimmungen... 




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mein Weg zum Garten ( 02 )




mein Weg zum Garten ( 04 )


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Asternrot







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Ein spätes Blütenglück ganz hinten im Garten. Überschäumend und strahlend ist meine Blumenauswahl heute. Noch kann ich wählen. Die Astern blühen jetzt. Und sie werden immer mehr. Die Gestirne am Boden. Die Sämlinge in besonderen Farben dürfen bleiben. 

Zu den Astern nehme ich heute die immer noch präsentablen Blätter unserer Pfingstrosen der Sorte Sarah Bernardt. Grünpurpurgelbfarben haben sie sich zurechtgemacht.

Zu einer bestimmten Zeit fällt die Sonne an die Bruchsteinwand - durch ein kleines Fenster
und gibt dem Raum Licht - für einen kurzen Moment. Die Lichtmenge reicht aus. Ich finde die alte Wand braucht ein modernes Hallo - in Weiß und die weiße Vase grüßt mit der Blütenblattfülle zurück.

Meine Lieblingsastern sind die Rauhen, Unkomplizierten - Aster novae-angliae. Purple Dome ist eine davon. Alma Pötschge auch. Ein Andenken.












Warum blüht in Herbstestagen,
Astern ihr?“ so sprach der Baum;
„Längst vorüber ist des Lenzes
Wonnevoller Blütentraum.“

„Tor,“ so rief die Schar der Astern,
„Nach den Sommertagen schwül
Ist die schöne Zeit gekommen,
Linder Wind umrauscht uns kühl.“    – Auszug  Friedrich Emil Rittershaus


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Pilzkonzert






























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Magisch schöne, braune Gebilde geben Inspiration für die Komposition. Waldbodenmoosduft im Herbst. Jetzt ist sie da, die Klangfarbe der Pilze. Die Pilzsymphonie von Václav Hálek nimmt Gestalt an. Er kann sie alle hören. Die Pilze. 5907 Stücke hat er komponiert.

Hört selbst. Hier.





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rheingeschaut: Leider werden Pilzkulturen immer seltener. 
Für den tendenziellen Rückgang der Pilzflora ist der 
Stickstoffeintrag aus der Luft verantwortlich, ebenso die intensive 
Forstwirtschaft wie der Holzeinschlag und fehlende Regenmengen. 
Nicht allein das Abschneiden von Pilzen bedingt den Rückgang, 
sondern Veränderungen in unserem Ökosystem.




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Dornröschen schlaf
































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Vor Schreck erstarrt ist unser letztes Röslein im Garten. Meine Heldin dort. Engelsgleich verknittert die schönen Blätter - wie überbackenes Baiser. Das Zartrosesamtweich ist verschwunden. Die Regentonne geflutet. Meine Gummistiefel voll gesogen im tropfenden Garten...








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Bouquet garni







































Elemente für dies Sträußchen sind unterschiedlichste Grüntöne, Purpursilbergraugrün und intensive Aromen. Die kupferfarben funkelnde Glasur verstärkt die feinen, edlen Geschmackstoffe. Empfinde ich. Die Herausforderung ist die Komposition der Nuancen, die phantasievolle Zusammenstellung der Noten. Experimentieren, addieren, reduzieren, schmecken, riechen, rühren - und genießen. Immer wieder berühre ich den Strauß - atme ein. 

Et voilà - die persönliche Komposition für das Bouquet garni gelingt. Komprimierter Sonnenschein - flüchtig, frisch, frei. Auch ein Augenschmaus und kein Hexenwerk. 






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rheingeschaut:
Mit dem Bouquet garni aromatisiere ich verschiedenste Gerichte, passe den 
Gaumengenuss an. Das ist die Essenz. Die Basispalette 

(3–5 Petersilienstängel, 2–3 frische Thymianzweige, 1 frisches Lorbeerblatt) 
variiert oft mit Rosmarin, Salbei, Basilikum, Pimpinelle, Estragon oder 
Bohnenkraut. Das ist stimmungsabhängig und davon, was im Garten gut 
gedeiht. Die gesammelten, frischen Kräuter waschen, mit Küchengarn 
umwickeln. Vor Ende der Garzeit das Bouquet garni komplett aus dem Topf 
angeln. Bedacht auf das leibliche Wohl, erprobt seit 300 Jahren, ist diese 
Würzmethode.







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