Posts mit dem Label duft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label duft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Oktober ––––––röslein







Morgens schon dunkel, nebelig. Das letzte Oktoberröslein - ein Schatz und flüchtig wie der Sommer war. Wieder einmal. Lange Schatten - wenn überhaupt, tropfnass das Grass. Es wächst - immer noch.









_






























Das Nass saugt sich durch meine Gummistiefel. Ich schneide verblühtes. Endgültiger Abschied von den Sommermonaten, von der Wärme. Jetzt ist eine gute Zeit für Neupflanzungen und Winterschutz für die vorhandenen Rosen. Ich häufele sie an - rundum die Veredlung um Frostschäden vorzubeugen. Das Laub des alten Kirschbaums schützt zusätzlich - quasi als wärmende Socken. Kalte Füße mögen auch sie nicht.


Die letzen Rosenblüten sind zart wie Porzellan. Die Farben noch intensiv - und duftend die Sorten.

Abraham Darby, New Dawn, Felicite, Mayor of Casterbridge, Eden, Bobby James, alte Rosen aus der Zeit vor 1867 wie Madame Hardy. Gibt es eine Lieblingsrose? Die Duchesse de Montebello (Rosa gallica) soll noch kommen. Einmalblühend, unkompliziert, zartrosé der Ton. Oder die Madame Isaak Pereire, die 1881 aus Frankreich eingeführt wurde. Karmesinrot. Duftend.
Im weißen Garten vielleicht die weißblühende Guilande d´Amour. Eine schwachwachsende Ramblerrose mit kleinen weiß gefüllten Blüten, die sicher zu unseren alten Mauern passt. 

Mal sehen - die Kataloge sind zu verlockend. Vorfreuen ist das Schönste. Und Ausmalen - das nächste Sommerglück.


rheingeschaut_ 
In unserem Garten sind nur ausgewählt robuste Rosensorten. Anfällige Rosen nehmen wir wieder heraus und setzen für unsere Licht und Bodenverhältnisse geeignetere Sorten ein. 

Ein luftiger, sonniger Standort ist gut, nährstoffreiche Böden und eine ausgewogene Düngung sind wichtig für gesundes Wachstum.

Bei der Neupflanzung darauf achten, dass die Veredlungstelle tief genug sitzt. Und das Anhäufeln nicht vergessen, da die jungen Rosen sonst leicht vertrocknen. Sie müssen  Faserwurzeln bilden können. Bei Altpflanzungen ist ein Anhäufeln im Herbst nicht notwendig, solange die Veredlungsstelle tief genug in der Erde ist.






_





























Oktoberröslein - draußen

und Oktober-Mandelernte

_




_











































































_




























Federweißleicht ––––––mmhhh






_
_
  _

_






Federweißer und Zwiebelkuchen. Klassisch rheinhessisch und doch gewandelt. Ohne sahnegetränktes.

Mit Honignuancen, Zitronenthymian aus dem Garten und Chilischärfe.
Süße verlangt einen Gegenton. Und der Herbst Sommererinnerungen - deshalb Oliven.
Rundes kontrastierend im gelben Kurkumagezwiebeltem.

Federweißer muss sein. Geht nicht ohne. Den weißfedrigen bekomm ich ein Haus weiter bei unserem Winzernachbarn. Extra für mich abgefüllt - unkonventionell, 1,5 Liter. Geruchswolken aus der Scheune im Hof. Süß, mostig, reich. Frohstimmend und hoffnungsvoll - die neue Weinduftluft.

Zwei Wochen voraus. Die Blüte am 24. Mai. Wochen vor dem durchschnittlichen Termin.
Das gibt Spielraum für die Winzer und Qualität.

Federleicht die Blüten der Dahlie, opulent - aus dem weißen Karree für den Freitag. Eine Blüte ist genug von den Vielen. Blütenblätter wie Federn. Leicht, beschwingt wie das Rheinwasser heute.


 

Für den Zwiebelkuchen wähl ich einen klassischen Hefeteig aus
500g Mehl, 30g Hefe, 1/4 Liter warme Milch., 1 Ei und 1/2 Teelöffel Salz.

In der warmen Milch die Hefe auflösen und gehen lassen.
Dann mit den übrigen Zutaten zu einem feinen Teig kneten. Im leicht warmen Ofen gehen lassen. Jetzt das Blech ausfetten und den Teig darauf flächig verteilen.

1 Kilo Zwiebeln schälen, in Scheiben schneiden. Spielen mit dieser Kostbarkeit. Beschmuckt mit perlmutterfarbigem, feinweißem Collier. Die Schönheit bewundern. Weiterschnippeln. Im Topf mit Olivenöl andünsten und parfümieren mit den Aromen des Zitronenthymians. Den nehm ich von unserem Thymianpfad, der als duftender Bodendecker fungiert und sich aus verschiedensten Sorten zusammensetzt.

Salzen und Honig zufügen. 1 Esslöffel Honig oder wie man mag. Wenig Kurkuma und Chili darüber streuen.
Alles auf den mit Öl benetzten Teig verteilen. Das viele Weiß braucht einen Kontrast aus schwarzen Oliven, in Scheiben geschnitten. Fertig. Im Ofen kurz gehen lassen, die Temperatur hochstellen auf 180 Grad und ca. 25 Minuten backen.

Harmoniert gut - die Süße mit dem Federweißen. So muss er sein. Ein genüsslich gemütlicher Herbsttag - im Weißton.







_

_






















_
_



_
_













_
_
_














_




Schaum ––––––schokoladentraum




































_
_
_








































Magische Verwandlung, Himmelgewölbe und Seelentröster. Bei dem Wetter.
Ein Stimmungsaufheller. Schwarzbraunes Gold.
Der Schaumschokoladenteig ist sahnig, schmelzend, eine Bombe voller Kalorien. Egal.
Bittersüßer Schmelz, süchtig machend - auch egal. Wegzehrung für die Woche mit Prozenten.

80 davon - Kakaoanteil. Edle Schokolade - edler Schokokuchen. 


Eine samtweiche Verbindung feiner Zutaten. Versuchung pur. High-End Schokoladengenuss in der klassischen Variante.

Fünf Eigelb mit 150g Zucker schaumig rühren, 150g Butter, 250g edelste Bitterschokolade (80%) im warmen Wasserbad sanft schmelzen, 2 Esslöffel Mehl. Alles nach und nach vorsichtig unter die Eimasse heben. Das Eiweiß mit einer Brise Salz fluffigschaumigfest schlagen. Und ebenfalls zum Schluss unter die Masse heben und sanft zu einer Schokoladenwolke rühren - wie die Wolkenformation über unserer Mauer. Den leichtluftigen Teig in einer Form eine Stunde backen. Nicht zu heiß, damit der Kuchen nicht zu trocken gerät und schützen mit Backpapier nach 30 Minuten. Ein Schokoladenbaum im Garten wär was feines...


Eine fruchtige Note mit Blaubeeren erfreut das Auge und mildert die Üppigkeit der Süße.
Dazu eine ebensolche üppige schwarzrote Dahlie aus dem roten Karree im Garten - so opulent wie der Schokokuchen und makrorot.



Der süsse, herbe Geschmack der Schokolade überdeckte so manches verabreichte Gift. Bischöfe und ein Papst sollen ihr Leben verloren haben - bei einer letzten Tasse heißer Schokolade...





Lekture zum Thema:
„Bittersüße Schokolade“ von Laura Esquivel.
„Der Chocolatier“ von Philibert Schogt

_rheingeschaut
Schwarzrote Dahlienschönheiten sind
Dahlia Nuit d'Été - Kaktus-Dahlie 
Dahlia Black Honka ®, dunkel schwarzrote Dahlie mit sternförmigen Blüten
Dahlia Black Jack, Semi-Kaktus-Dahlie
Dahlia Kenora Macop B, Hirschgeweihdahlie





_
_

  _



































gesehen_   aristokratisches Dahlienrot
gehört:_   den Wind in den Reben
gerochen_   schokoladigen Schmelz
gedacht_  mhhh


_
_
_
_







































_



































_


_
  _
































Geheimnisvolles ––––––Fruchtrotrot















































_
_
  _










































_




Geheimnisvolles Fruchtrot trägt unser alter Pflaumenbaum. Sein Schmuckkleid für den Spätsommeraugust und Ernteglück. Eine randvoll gestapelte Kiste.

Ein besonderes Licht ist im Garten. Sommerregenfrisch die Luft, der Himmel. Die Astern blühen, die Dahlien, die Rosen - immer wieder und viel rotfarbiges für den Strauß. Auf dem alten Tisch in der Laube. Schmuckbereift meine Hand mit Sommeredelsteinbeeren.

Verführerisch das Obst wie mein Rezept für diese Köstlichkeit.
Ein fruchtigaromascharfes Dessert. Für Zwei:

500g reife Pflaumen vom Baum, Ingwer, Chili, Balsamico, Vanillestangen, Butter, 250g Sahnequark, Wildblütenhonig ev. Zitronenthymian. Pfefferminzstängel gehen auch.


Die Pflaumen waschen, diese unglaubliche Farbintensität bestaunen, den Geschmack, Naschen - dann in 2 Teile schneiden, entkernen, Butter langsam schmelzen. Ingwer, Vanille, etwas Honig und Chili einrühren und die Pflaumen darin gar baden. Kurz bevor die Pflaumen weich sind die Früchte mit Balsamico und Zitronenthymian benetzen.

Den ganz ganz kühlen Quark mit dem Honig verbinden. Wieviel Ingwer und Schärfe gewünscht wird bestimmt die Süße der Pflaumen. Warmes Rotorange mit kaltem Weiß. Vorbei an den Lippen. Eine Explosion. Ein Spätsommerduft am Gaumen. Fruchtig. Süß. Aromatisch. Scharf.

Sommermoment bleib noch.























_
































_















_
_




_








_






Pfefferminz ––––––sausebrause








































_
_










Die Pfefferminze stürmt den Garten. Frischduftaroma frei verfügbar - im Schraubglas.
Am liebsten für immer. Die Pfefferminze bietet unendliche Möglichkeiten aromatisches zu zaubern. Ein Sonnenblumenfeld stimmt nachdenklich - schon bald das Sommersonnenende.


Heute jedenfalls nicht. Der Gelbton ist froh und frei. Filigrane Fenchelblüten beschirmen die kleine Vase. Blumigschönes am Freitag - drinnen und draußen - Wolken wieder unterwegs

in Rheinhessen...

Zu dem Frisch- und Freigefühl der Sonnenblumen im Feld passt heute ein Joghurteis mit brausigem Pfefferminzaroma:

Eine Handvoll der stürmischen Pfefferminzeblätter pflücken. Schon jetzt diese frische Brise einatmen. Wie an der Nordsee - in meiner Hand. Die Blätter frisch umspülen mit klarem Wasser, überrieseln mit 100g Zucker. Beides pürieren. Diese Konsistenz und dieser Duft ist so intensiv und so grün.

Allein dieser Minzzucker findet neue Aroma-Partner - wie frischwürzigen Käse von einer Schwarzbunten...

Das Zuckerminzpüree dann mit 150g Zucker und 125ml Wasser sanft köcheln lassen. Ein wenig Ingwer verstärkt die frischen
Nuancen. Vanille muss immer sein. Rühren. Rühren. Rühren. So vier Minuten. Einatmen die köstliche Duftluft.
Den fertigen Pfefferminzsirup abkühlen lassen und durch ein Sieb in ein Schraubglas füllen. Das Aroma festhalten. Für diesen Sommer. Die Konsistenz gleicht dem Lavafluss von Bienenhonig. Dunkelgrün.

Für eine Pfefferminz-Sausebrause etwas Pfefferminz-Sirup, Eis in Würfeln und Limettenscheiben mit sprudeligem Eiswasser fluten. Das senkt die Temperaturen. Wie der Wind an der Nordsee. Erfrischung für einen Moment.


Das Joghurteis mach ich so:
220g Zucker (oder weniger) mit 120g Sahne und Vanille erwämen bis sich der Zucker auflöst.
Vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Dabei rühren.
Dann 240g Bio-Joghurt untermengen. Ohne Eismaschine 6 Stunden frieren und jede Stunde umrühren, damit das Eis schön cremig wird.

Zartschmelziges mit dem Pfefferminzkonzentrat benetzen und schleckern bis auf den Grund...






_



_
_




























Mehr eisiges hier:

Lavendelblütenhalbgefrorenes

Erdbeergeeistes

Kardamomwaldeis














_































_rheingeschaut
Es gibt unzählige Pfefferminzsorten. Alle mit ganz unterschiedlichem Aroma, Blattform und Farbe. Sie sollte in keinem Kräutergarten fehlen - aber nur getopft pflanzen sonst ist es mit dem Garten bald vorbei...

Interessante Sorten sind die Erdbeerminze, die Apfelminze, Schokominze mit dunkler Blattunterseite, die Zitronenminze - um nur einige wenige zu nennen. Minzen sind unkomplizierte Pflanzen. In der Sonne ist der Liebelingsplatz...







_
_
_







































_












_
_
    _

_

















_










Johannisbeer ––––––juwelen




Früchte einkochen im Julimonat. Schätze aus dem Garten sammeln. Substrat des 
Sommers in der Milchkanne. Naschen - zwischendurch und immer.

Ein Ritual. Andächtig, wertschätzend die Aromen und den Duft. Rührend die Konsistenz 
und den Geschmack bestimmen. Diesmal Johannisbeeren mit Chili. Die Verbindung der Gegensätze - Säure, Süße und Schärfe.

Vorher noch die Kernchen aus den Beeren trennen mit einem altertümlichen Gerät. 
Gut durchdacht die Mechanik. Es wird gedreht und gewuchtet. Die modernen Küchen 
sind nicht tauglich für solches Gerät. Keine Feststellmöglichtkeit für die Schraubzwingen. Am Ende geht es doch. Eine feinsämige Masse gibt das Monstrum frei von königlichem 
Rot. Das Rot überhaupt. Roter geht es nicht.

Nun das Einkochen. Handgerührt. Der Umgang mit der Schärfe erfordert Balance. Nur gezwickt werden soll der Gaumen. Vier Minuten sprudelnder Rotduft. Dann die Geschmacksprobe. Herrlich frisch das Johannisbeerkonzentrat und perfekt für ein Sommersonnenfrühstück im Garten, im Schatten unter dem alten Nussbaum. 





_
_






_






Zuvor noch die Banderole gestaltet - schlicht in zartem Rosérot. Verschiedene Sorten
erhalten ein einheitliches Design - zarte Nuancen habe ich gewählt, der offene, matte Papierton entsprechend der Obstsorten wechselnd. Das Papier-Rot der Erdbeerkonfitüre zum Beispiel ist im Ton leicht wärmer mit weniger Blauanteilen. Pflaume erhält einen zarten Mauveton. Klitzkleine Ikons weisen auf den Inhalt hin. Versteckt. Leise. Modern schimmerndes Silber verschließt dezent den Inhalt.



Das Rezept zur Johannisbeer-Marmelade.



Johannisbeerjuwelen
_







_






_


Am Nachmittag ist noch Zeit für die Ausstellung die Göttliche Komödie in Frankfurt, im Museum für moderne Kunst.
Himmel, Hölle, Fegefeuer - Eine Interpretation afrikanischer Künstler.

Europäische Glaubensvorstellungen wie sie in der Göttlichen Komödie sichtbar werden
-
mit universellem Charakter. Paradies, Hölle, Fegefeuer sind die Themen.

Dantes Alighieris Die Göttliche Komödie entstand zwischen 1307 und 1321 - aktuell bis heute und unbedingt sehenswert die Ausstellung.



(Leider konnte ich keine Aufnahmen machen)


















_


_









_







Lavendelblüten ––––––halbgefrorenes





































Lavendeltagglück. Der Lavendel reckt und streckt sich - ein Blütenduftbad im Garten. 
Die Lavendelsträucher säumen den Gartenweg. Erobern ihn, versperren 
ihn mit langen Blütenähren. Intensive Duftnuancen im Luftraum des Gartens. Ich fang ihn ein - den Duft und das Licht. Ein sommerbepunkteter Lavendelstrauß am Freitag. 
Blau der Juniton.
 
Idealer Zeitpunkt für ein Lavendelhalbgefrorenes. Eisekalt und selbstgemacht mit blumigaromatischen Lavendelblüten. Ohne Eismaschine. Wird nicht ganz so cremig aber das Eiserleben ist da.

 

Einige Lavendelblüten von Lavandula Angustifolia mit 
200 g Zucker im Mixer zerkleinern und durchsieben - Schnell ist das Aroma zu stark und der Geschmack kippt. Lieber wenig Blüten verwenden.

Den Lavendelzucker in Milch auflösen dann
8 Eigelb (Bioqualität) und 250 ml Sahne  verrühren, umrühren, durchrühren. 
Lavendelmischung zur Eigelb-Sahne geben und vermengen, in eine Form füllen.

Die Lavendelpflanze sollte mindestens ein Jahr im Garten stehen.

Ohne Eismaschine das Eis nach 1-2 Stunden aus dem Eisfach nehmen und immer wieder rühren, so dass sich keine 
Eiskristalle bilden.
Ist es fest, leicht antauen lassen - und dann genießen. In der Sonne am Rhein unter der rheinhessischen Himmellandschaft. 









_




























Lavendel ist mein Alltagsheld. Im Sommer. Im Winter. Eigentlich immer.








_












rheingeschaut_

Bewährte Wohlfühl-Sorten sind der echte Lavendel, Lavandula angustifolia, Dunkelviolett,

Lavandula angustifolia Hidecote, Dunkelblauviolett
Lavandula angustifolia munstead, dunkelblau
Lavandula Intermedia Lavandin, Provence Lavendel, violett
Lavandula Intermedia Edelweiß, weiß

Alle Sorten blühen im Juni bis August. Lavandula Intermedia blüht bis September.

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Lavendel-Schnitt?
Ich schneide immer im Juli. Auch wenns schwer fällt. Dann hat die Pflanze noch Kraft
für die Samenbildung und eine zweite Blüte. Und oft zwischendurch für einen kompakten Wuchs.

Im Frühjahr den letzten Frost abwarten, um anschließend mit dem Schneiden beginnen.
 







_













_















_


























 _
_
































_





























































_